


Wer macht dieses Jahr die Tür auf?
Höfe, Ställe, Häuser und Werkstätten öffnen sich über das Dorf verteilt. Jedes Jahr beteiligen sich andere Nachbarinnen und Nachbarn. So führt derselbe Weg zu neuen Menschen und überraschenden Schätzen.
Orte, Menschen und Ideen verändern ihre Form. Wir beginnen mit fünf Fundstücken aus mehr als zwei Jahrzehnten Land.Leben.Kunst.Werk. Die alten Quellen sind verlinkt; aktuelle Verbindungen sind als solche erzählt.
01 / Ort · PfarrscheuneDer Förderverein kaufte 2006 den alten Pfarrhof. Das Pfarrhaus stammt von 1889, die Scheune ist noch älter. Als sie wieder aufgebaut wurde, ging es um mehr als ein Dach.
Der Umbau des denkmalgeschützten Pfarrhofs wurde vor allem mit LEADER-Mitteln getragen und mit regionalen Firmen umgesetzt. Eine sehr großzügige Spende der anstiftung aus München gab dem Vorhaben weiteren Rückhalt. Auch der Internationale Bauorden aus Ludwigshafen und viele Menschen bei Baufesten packten mit an. Heute finden unter dem Scheunendach Biogartenküche, Manufaktur, Seminare und Begegnungen Platz. Aus einem Bauvorhaben wurde eine Kunst, Menschen und Möglichkeiten in Bewegung zu bringen.
Auch ein kleines Fachwerk-Atelierhäuschen entstand aus Material mit Vorgeschichte: Dachbalken aus der Scheune, Fenster der Zörbiger Turnhalle, eine Tür aus dem ältesten Haus Zörbigs und Backsteine von Rückbaustellen fanden einen neuen Platz. Solche Wege des Wiederverwendens gehören zur Werkstattkultur des Ortes.



Im Archiv führt eine Spur 2002 zu einem Teamtraining im Hochseilgarten. Später wurden im Quetzer Kletterwald Vertrauen, Kommunikation und Zusammenarbeit in luftiger Höhe erprobt.
Heute wird der Teamseilgarten auch mobil immer wieder neu aufgebaut. Damit reist nicht einfach eine Anlage weiter. Die eigentliche Idee bleibt: Eine Gruppe muss sich verständigen, Verantwortung teilen und gemeinsam herausfinden, was sie sich zutraut. Der Ort des nächsten Aufbaus kann sich ändern – die Aufgabe an die Gruppe jedes Mal auch.




„Baumhausgeflüster“ nannte eine Jugendinitiative ihr Vorhaben 2008. Kinder, Eltern und Künstler sollten gemeinsam ein Baumhaus bauen – und damit einen Ort schaffen, an dem junge Menschen ihre eigenen Ideen verhandeln können.
Aus Gesprächen wurde praktische Arbeit. Und aus dem Bauvorhaben die Frage, wie Mitbestimmung sich anfühlt, wenn sie einen wirklichen Platz bekommt. Das Baumhaus ist in dieser Geschichte nicht bloß Kulisse für Abenteuer, sondern ein Forum in luftiger Höhe.



04 / Garten · gemeinsam gestaltenDer Quetzer Schaugarten war auch ein Ort für Jugendliche: mit den Händen in der Erde, miteinander im Gespräch und mit Raum für eigene Gestaltung.
Mit Max Baumann arbeiteten Beteiligte außerdem am Kunstprojekt „Zeitensprünge“. Gartenarbeit und künstlerische Arbeit gehörten hier zu einem lebendigen Erfahrungsraum. Im Archiv taucht „Zeitensprünge“ unter anderem als Ausstellung zur Quetzer 775-Jahrfeier 2007 auf.

Der Garten verband Sortenvielfalt, Pflege und Ernte mit der nahen Biogartenküche. An solchen Orten wird erfahrbar, wie Umwelt, Kunst und gemeinsames Lernen ineinandergreifen.
2003 hieß es in Cösitz: „Ein Dorf ist Atelier, Bühne und Spielfeld.“ Später nahm der Quetzer KunstSommer diese Idee auf. Werkstätten, Theater, Spiel, Film und gemeinsames Kochen konnten Straßen und Plätze für eine Weile anders lesbar machen.
Im Archiv von 2010 steht neben der Kunst auch das gemeinsame Vorbereiten eines Festes. Das ist vielleicht der Sog des KunstSommers: Niemand muss nur zuschauen. Wer mitmacht, verändert mit, was das Dorf in diesem Sommer sein kann.


Quetzer Berg · Foto: Land.Leben.Kunst.Werk. e.V.Auf dem Quetzer Berg steht die Hochzeitslinde, die nach örtlicher Überlieferung vor etwa hundert Jahren gepflanzt wurde. Unten gehören Schloss, Park und Teich zur vielschichtigen Geschichte des Ortes. Auf dem Schlossteich wurde auch mit Flößen gefahren.
Die alte Vereinsseite überliefert eine Inschrift an der Westseite des Schlosses: „Beglückt, wer fern der Falschheit vollen Stadt … frei unter Bäumen ruht, die er gepflanzet hat“. Der Grundstein wurde 1788 gelegt. Die klassizistische Umgestaltung des Hauses wird Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff zugeschrieben. Das Schloss war bis 2017 Vereinssitz; heute ist der Pfarrhof unser Ort.



Die Spannung zwischen gestalteter Landschaft und scheinbar freier Natur regt bis heute unsere Fragen an: Wie lernen Menschen draußen – und wer gestaltet die Bedingungen dafür?
Die Schlossgeschichte auf der alten Homepage ↗


Höfe, Ställe, Häuser und Werkstätten öffnen sich über das Dorf verteilt. Jedes Jahr beteiligen sich andere Nachbarinnen und Nachbarn. So führt derselbe Weg zu neuen Menschen und überraschenden Schätzen.

Die spätromanische Dorfkirche wurde 1988 gesprengt. An ihrer Ruine und im Umfeld sorgen Kirchengemeinde, Verein und Nachbarschaft gemeinsam dafür, dass dieser Ort weiter zum Dorfleben gehört.
Zur Ortsgeschichte ↗Fotos: Land.Leben.Kunst.Werk. e.V. · Historische Kirchenaufnahme aus dem Vereinsarchiv.
Zu diesen fünf Geschichten gehören weitere Bilder, Stimmen und Einzelheiten. Wer beteiligt war oder Material kennt, kann helfen, die Spuren genauer zu erzählen.
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